A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

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Joker
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Joker » 14. Mai 2019, 15:55

...okay.
Ich hatte eigentlich vor nach Episode 6 hier wieder zu schreiben, aber... holy fuck. Ich muss etwas zu The Bells sagen.
(btw, ich habe nichts mehr zu The Last of the Starks zu sagen... es ist besser als Episode 3 und manche Szenen fand ich komisch, aber an sich war ich unterhalten)
Spoiler für: The Bells - Spoiler
Okay, also zuerst einmal meine eigene Meinung?
Ich bin ehrlich... ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Und dabei war sie nicht einmal schlecht produziert - Kamera, Musik, Schauspielerei, alles war wieder so verdammt gut und qualitativ, wie man es von GoT kennt. Ich wurde wieder einmal während der Stunde und zwanzig Minuten wie immer gut unterhalten und habe mich keine Sekunde gelangweilt.
Bis... bis auf das Writing.
Und das ist mein Problem, gemeinsam mit dem Fandom.

Und da muss ich Reaper zustimmen... das Writing ist einfach ziemlich meh, und das in sehr vielen Aspekten.
Ghost?
Bran?
Yara?
Alles wurde aus dem Fenster geschmissen, so getan, als hätte es niemals existiert. Gemeinsam mit anderen Seltsamkeiten im Plot.
In 'The Last of the Starks'? Da ist es kein Problem für die Greyjoys, einen Drachen vom Himmel zu holen und das mit drei/vier Pfeilen.
In 'The Bells'? Da wurden sie anscheinend alle mit Stormtroopers ersetzt, die ewig lang zum Umdrehen brauchen und alle Scorpions sind innerhalb kurzer Zeit verbrannt.
Was haben sie in der letzten Folge gesagt? 'Unsere Truppen sind von The Long Night geschwächt'? 'The odds are even'? 'Alle Lichter der Dothraki sind in der Long Night ausgegangen, als wären sie alle umgebracht worden'? Well screw you Lannisters, anscheinend steht es um euch ja wirklich schlecht.
Jon war sowieso die ganze Staffel lang ein ganz gut aussehender, von Kit Harrington gut gespielter Statist, der eigentlich komplett unwichtig für die Handlung war. Dasselbe für Cersei, die eigentlich nur dagestanden ist und uns ein zugegeben ganz nettes Memes mit den Elefanten beschert hat, aber sonst eher unnütz war.
...aber nicht so unnütz wie die Golden Company.
Ist das euer Ernst, D&D? Dafür habt ihr uns gehypet, damit sie innerhalb einer halben Minute alle abgeschlachtet werden?

Aber okay, kommen wir zum positiven Teil.
Ich fand die emotionalen Szenen wirklich gut - sei es Cersei und Jaime, Arya und Sandor oder Jaime und Tyrion, diese Szenen haben wirklich gut für mich funktioniert und ich war wirklich traurig danach.
Der Clengane-Bowl, plus den Schnitt und der Szene mit Arya? Ich fand sie unglaublich gut.
Allgemein die Szenen mit Arya, vor allem das Ende, waren ein Highlight dieser Episode, aber na gut, ich mag sie einfach, da kann man sie mir glaube ich sehr schwer ruinieren (auch wenn zugegeben sie von den Writern eine gute Portion Plot Armour bekommen hat).
Ich habe es schon oben erwähnt, aber die Musik ist einfach nur super.
Varys' Tod war zwar traurig, aber hat gut zu dem Charakter gepasst.
Tyrion hat überlebt. Das ist wichtig.

Okay... kommen wir zu meinem persönlichen, wichtigen Teil.
Dany. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht die beste Wahl bin, darüber zu sprechen.
Auf jeden Fall gibt es genug Leute, den diese Charakterentwicklung einfach nicht gefällt, die sagen, dass es zu rushed und zu plötzlich ist und alles.
Und ja, es ging alles verdammt schnell... aber verdammt, haben die Leute nicht Danys Gesicht am Ende der vierten Episode gesehen?
Oder warte, gehen wir noch etwas weiter zurück.
Manche Fans von ihr würden mich dafür hassen, aber: Viserys Tod. Und ich weiß, dass sie einen Drachen nach ihm benannt hat, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sie mit eiskalter Miene zugeschaut hat, wie ihr Bruder auf qualsame Art und Weise umgebracht wurde und sie nur gesagt hat 'Er war kein Drache. Drachen können nicht an Feuer sterben.'
Und kommt mir jetzt bitte nicht mit 'Er hat sie ihr Leben lang misshandelt.' Ich glaube, würde man von jemanden angegriffen werden, eine dritte Person sich dazwischen schalten und den Angreifer umbringen, würde man sich nicht einfach nur denken 'Er hat es verdient, lmao'.
Und das ist nicht einmal das Einzige.
Der Unterschied war allerdings, dass wir es aus einer komplett anderen Perspektive erlebt haben. Wir haben es nicht aus der Perspektive von Xaro und ihres Dienstmädchens erlebt, die sie hintergangen und dafür mit einem qualvollen Hungertod in einem Tresor bestraft wurden. Wir haben es nicht aus der Perspektive der Sklaven von Astapor bzw. Yunkai erlebt, die in einer Stadt ohne soziales System zurückgeblieben sind und dann wieder Sklaven geworden sind, oh was für ein Wunder. Wir haben es nicht aus der Sicht eines Kindes erlebt, dessen Vater in Meereen lebendig ans Kreuz geschlagen wurde.
Wir haben immer nur Dany gesehen, wie sie triumphiert hat, wie man sie geliebt hat, wie sie sich selbst als Heldin gefeiert hat.
Ich habe es schon vor einem Monat gesagt: sie war schon immer genauso skrupellos wie Cersei und ein Monster. Nur haben wir es mal aus einer anderen Perspektive gesehen.
Das Writing hat in vielerlei Hinsicht verschissen, aber meiner Meinung nach nicht in dieser.

Und, zum Anderen... die Political Correctness, die schon wieder hineingeworfen wird.
I mean, ich habe gelesen, wie jemand GoT unironisch Sexismus und Rassismus vorgeworfen hat, weil ja 'die böse, böse Frau alle angegriffen hat und die bösen Männer aus dem Osten die unschuldigen Weißen abgeschlachtet haben'.
Und, ich meine... nein. Ich kann es nicht leiden, wenn Political Correctness etc. in so etwas wie eine Serie gebracht wird, aber das kotzt mich einfach an.
Natürlich haben D&D es nur deswegen so geschrieben, weil sie Sexisten und Rassisten sind und das weitergeben wollen. Natürlich wollen sie sich überall Feinde schaffen, denkt nicht jeder Mensch so?
Und das ist nur eines der vielen Beispiele... wieder einmal wird man teilweise vom Fandom fertig gemacht, wenn man nicht die Meinung der Allgemeinheit teilt, und das ist so toll und alles. Nicht.

Und dabei tue ich das nicht mal.
Wie gesagt weiß ich nicht wirklich, was ich über The Bells denken soll... meiner Meinung nach geht alles viel zu schnell.
Ich habe gehört, dass HBO D&D das Geld für eine zehnfolgige letzte Staffel gegeben hätten, sie aber abgelehnt haben. Wo ich mich frage... warum?
Der Night King hatte nicht die Zeit, die er verdient hat, ich wette, die Leute hätten Danys Wahnsinn mehr akzeptiert, wenn er sich langsamer aufgebaut hätte und es hätte sogar für HBO mehr Geld gegeben, eigentlich nur Vorteile für alle.
Warum lehnen sie dann ab?
Ich weiß einfach nicht, ob in Queenslayer, der finalen Folge der finalen Staffel, alles zu so einem Ende geführt werden kann wie GoT es verdient. Und irgendwie habe ich Angst vor nächsten Montag.
~J.Ker
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Foxleap » 14. Mai 2019, 17:18

G'day, :D
Ich hab vor etwa 2 Monaten mit GoT angefangen, aber mehr inaktiv als aktiv geschaut. Ich bin im Moment bei Staffel 2 und schaue gerade die 9. Episode. Bisher gefällt es mir wirklich gut und ich freue mich, dass ich noch weitere 6 Staffeln schauen kann! Einen Lieblingscharakter hab ich Stand jetzt nicht wirklich, aber wenn ich mich entscheiden müsste würd ich wohl Daenerys nehmen. Einfach weil sie ziemlich badass ist, lol

cheers.
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Reaper » 14. Mai 2019, 21:41

Joker
Spoiler für:
Das Ding mit Dany ist, dass sie grundlos übergeschnappt ist. Sie hat tausende unschuldige getötet. Frauen, Kinder. Das passt nicht zu ihr. Selbst mit ihren Verlusten in Folge 4 hatten diese Menschen nichts zutun. Das sie ihre eigenen Moralvorstellungen und eine Schraube locker hat, ja. Aber das sie wegen Glocken auf einmal tausende tötet und eine Stadt niederbrennt - nein. Das passt nicht zu ihrem Charakter, dafür gab es keinerlei Charakterentwicklung oder einen Auslöser. Außer scheiß Glocken.
DAS ist das Problem.
Hätten sie Rhaegal bei der Schlacht getötet oder seinen Kopf aufgehängt. Ja, DAS wären Auslöser gewesen. Hier gab es keinen.
Rein logisch hätte sie die Red Keep niederbrennen müssen, weil CERSEI das Problem ist, nicht die Bewohner. Die Bewohner abzuschlachten passt nicht zu ihrem Character Arc. Nicht ohne Auslöser.
Foxleap :‘DDD
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Fijn » 21. Mai 2019, 14:34

Meh. Ich weiß nicht warum ich noch hier schreibe, weil ich glaube, man kann sich schon denken, worauf es hinausläuft. Ich teile den Großteil der Meinungen, dass das GoT Finale (wie die gesamte achte Staffel) recht enttäuschend war.
Tatsächlich war ich mit dem tatsächlichen Finale, also wo alle Charaktere enden, ganz zufrieden. Also es war okay und ich fand vorallem die parallelen Endszenen sehr sehr schön. Aber der Weg dorthin und vorallem das Pacing dieser Folge waren mehr als frustrierend.
Spoiler für: Staffel 8, Folge 5
Erstmal muss ich nochmal kurz was zu Folge 5 sagen, weil ich das noch nicht getan hab. Danys Breakdown fand ich unglaublich schlecht umgesetzt. Es kam nicht aus dem Nichts, also es gab vereinzelt HInweise auf diese Seite ihrer Persönlichkeit, aber normalerweise gab es konkrete momentell relevante Trigger. Nicht so hier. Ich hab ein ganz gutes YouTube Video gesehen, das den Unterschied zwischen Foreshadowing und Character Development thematisiert und das hat mir praktisch aus der Seele gesprochen. Die Serie hat versucht, so einen Twist wie in den früheren Staffeln zu kreieren, aber das ganze war so lieblos hingeklatscht, dass es kein Wunder ist, dass Leute nach dieser Folge angefangen haben, Unterschriften für ein Remake zu sammeln.
Ansonsten fand ich die Folge erstaunlich gut gemacht. Die emotionalen Szenen waren emotional. Die Visuals waren wie immer grandios. Aber die übergeordnete Story war einfach nicht das Gelbe vom Ei.
Spoiler für: Staffel 8, Folge 6
Von der ersten Minute an war diese Folge einfach nur langweilig und kroch im Schneckentempo vorwärts. Viel zu viele Szenen wurden viel zu sehr in die Länge gezogen. Besonders frustrierend fand ich das Gespräch zwischen Tyrion und John. Überhaupt fand ich John in dieser Staffel als Charakter grauenhaft. Mir ist klar, dass er unter extremem Druck stand, aber sein 24/7 leidender Gesichtsausdruck und sein ständiges "she is my queen" hingen mir echt zum Hals raus. Ich habe so gehofft, dass es keiner von den beiden Targaryens auf den Thron schafft, denn beide sind die absolut nervigsten Charaktere in dieser Staffel geworden.
Zurück zum Thema Pacing. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass diese Folge actiongeladen sein würde wie das Massaker von King's Landing. Aber die gesamte erste Hälfte dieser Folge war für mich pure Qual. Der Anfang war noch okay, alle sind in Schock. Aber dann zog sich das ganze weiter und weiter. Irgendein kurzer Bruch zwischendurch wäre schön gewesen.
Danys Tod fand ich relativ unspektakulär und ich weiß, dass viele Fans das enttäuschend fanden. Mich hat es jetzt nicht so gestört. Nur, dass sie scheinbar komplett blind gegenüber Johns Gefühlen war? Es hat mich schon gewundert, dass John so problemlos zu Tyrion vorgelassen wurde. Dann diskutiert er direkt mit Dany über ihre Entscheidung, Gefangene zu ermorden und kritisiert sie recht deutlich. Klar, sie ist nicht mehr ganz frisch im Kopf, aber kann sie so dumm sein?
Am emotionalsten in der ganzen Folge fand ich Drogons Reaktion auf Danys Tod. Es war wunderschön tragisch. Ich hatte gehofft, dass John endlich mal in Drachenfeuer gebadet wird, damit diese Frage aus dem Weg geschafft wird. Nicht unbedingt auf eine Weise, dass Drogon John töten will, aber einfach aus Frustration. Und dass das Feuer John nichts anhaben kann. Die Zerstörung des Throns fand ich ein nices Storyelement, frage mich aber doch sehr, ob ein Drache (in GoT) fähig ist, die Zusammenhänge von Politik und Machtgelüsten soweit zu begreifen? I don't think so. Aber der Effekt war schon ganz nice.
Den Sprung zu der Ratsversammlung war für mich im ersten Moment etwas verwirrend, aber naja. Fand diesen Teil der Folge ebenfalls etwas langgezogen, aber im Groben okay. Für einen Moment hatte ich Angst, dass die jetzt tatsächlich versuchen, ein demokratisches System aufzubauen, lol. Fand es aber schon selsam, das überhaupt als Vorschlag einzubauen nur um es dann mit Lachern abzuweisen. Alle Entscheidungen dieser Versammlung fand ich auch okay und wie gesagt, alle Szenen danach fand ich wirklich schön und wie die meisten der Charaktere enden. Also für das, was mit diesem Set-up möglich war, waren die Abschiedsszenen etc gut.

Frustrierend war aber dieses Gefühl, dass soooo viele Hinweise, Storylines, Character arcs, etc. einfach keinen Pay-off hatten. Und soweit ich gesehen habe, ist das auch ein Hauptproblem, dass Fans haben. Es fühlt sich wirklich unfair an, weil letztendlich nichts wirklich wichtig war. Natürlich hat die Serie bewusst versucht, mit Erwartungen zu brechen, aber dann sollen sie doch bitte vernünftige andere Erklärungen für Dinge finden und die nicht in der Luft hängen lassen.
Irgendwie bin ich froh, dass jetzt alles vorbei ist und hoffe sehr, dass HBO mit His Dark Materials nen besseren Job macht. Aber da gibts immerhin ne komplette Buchvorlage, vllt hilft das.
[fɛin]

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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Joker » 21. Mai 2019, 18:52

Okay, auch ich habe mir überlegt, ob ich hier doch noch schreiben soll.
Welchen Entschluss ich geschaffen habe, ist offensichtlich.
Spoiler für: The Iron Throne
...das Problem ist definitiv die Geschichte.
Ganz ehrlich, genug Dany-Stans würden mich dafür jetzt köpfen, aber sie ist an sich gut wie eh und je. Bran ist, wenn man so darüber nachdenkt und alles außen vorlässt, was er getan oder eben nicht getan hat, die ideale Wahl als König - er ist kein 'richtiger Mensch' mehr, ihm wird Geld, Macht, Sex egal sein und er wird nur das tun, was für Westeros am Besten ist. Sansa wurde das, was sie sich schon in Winter Is Coming es sich gewünscht hat, Königin geworden (wenn auch unter anderen Umständen, aber dennoch) und Arya kann jetzt losziehen und das Leben führen, das sie schon immer führen wollte.
Das Problem?
Das Writing und die Zeit.
Egal was D&D behaupten mögen, sechs Folgen waren NICHT genug. Ich habe gehört, dass HBO anfangs 10 Staffeln machen wollte - und was zum Teufel hätte dagegen gesprochen!? Alleine diese Staffel hätte zwei vollständige Staffeln ausfüllen können und auch Staffel 7 hätte es gut getan, wenn sie etwas mehr Zeit gehabt hätten.
Und sie hätten sie bekommen - wie gesagt, HBO war bereit, ihnen die Mittel und das Geld zu geben.

Aber allgemein merkt man diesen Wechsel so extrem - ihr müsst nämlich wissen, nur vier der sechs Folgen wurden von D&D geschrieben. Und welche? Genau, die Letzten.
Die ersten Beiden wurden von anderen Leuten geschrieben, die, so Leid es mir tut, einfach viel besser darin sind. Vor allem die zweite hat mir wie gesagt unglaublich gut gefallen.
Aber ab der Dritten?
Ich bin einfach, nachdem der Hype abgeklungen ist, einfach traurig - vor allem, weil der Rest einfach perfekt gewesen wäre. Kamera? Richtig gut. Die Effekte? Atemberaubend. Die Geschichte? So bittersüß, wie Martin sie uns versprochen hat. Und über den Cast und die Musik brauche ich gar nicht erst reden.
Aber wie gesagt, das Writing zerstört so vieles. Alleine Jon hätte so viel besseres verdient (irgendwie hat man uns vergessen zu zeigen, wie am Boden zerstört er sein sollte, weil er realisieren muss, dass sein ganzes Leben eine Lüge istß) und auch Dany hätte es verdient, dass ihr abfallen in den Wahnsinn viel besser beleuchtet wird.
Und ich wette, mehr Leute würden Bran auf dem Thron akzeptieren, wenn er irgendetwas in der Staffel gemacht hätte.

Dennoch: ich will es definitiv nicht nur darauf schieben, aber der Hass der Fans lässt sich auch einfach auf ihre Headcanons, Erwartungen und Vorstellungen begründen. Ich mache das auch, nicht falsch verstehen, aber das was sich viele vorgestellt haben war auch einfach für GoT nicht realisitisch.
Arya ist keine Dame, die in einem Schloss glücklich wäre, und Gendry seit Folge 4 der letzte überlebende Barathon. Die Beiden hätten keine Zukunft gemeinsam gehabt.
Dany und Jon haben vielleicht Sex miteinander gehabt - aber ganz ehrlich, sie hatten eigentlich kaum Chemie. Und HBO bzw. Martin kann sich sicher einiges erlauben, eine Inzest-Beziehung als 'schön und romantisch' anzusehen geht doch einen Schritt zu weit.
Ja, Jaime hat Brienne geliebt, ebenso wie Grey Worm Missandei - aber hey, es ist immer noch GoT. Wäre es das nicht, würden wir uns jetzt darüber beschweren, was D&D mit Ned, Robert und Robb angestellt haben.
Und das ist eben das Stichwort: es ist GoT. Ein so schönes, romantisches, 'alle Gute überleben, die ganzen Ships kommen zusammen und die böse, böse Cersei wird öffentlich gehängt'-Ende hätte einfach nicht gepasst und hätte man sich auch nicht erwarten dürfen.
Und wie gesagt, ich gebe nicht nur dem Fandom die Schuld - vor allem, weil viele Kritikpunkte einfach stimmen. Aber trotzdem hatten manche Fans Erwartungen, die einfach nicht erfüllt werden konnten und wodurch viele natürlich enttäuscht sind.
Fijn hat geschrieben:Ich hatte gehofft, dass John endlich mal in Drachenfeuer gebadet wird, [...] Und dass das Feuer John nichts anhaben kann.
Da möchte ich allerdings nachhaken. Wie meinst du das, das Feuer ihm nicht anhaben kann? Wenn du meinst weil Dany feuerresistent ist, das liegt ja nicht in ihrer Familie btw auch eine Fähigkeit, die so gut wie gar nicht genutzt wurde, es gab sogar ein paar Targaryens, die durch Feuer gestorben sind. Warum Dany Feuer so gut wie gar nicht spürt wird nie wirklich erklärt, aber bloß weil Jon ein Targaryen ist, kann ihm Feuer durchaus noch etwas anhaben.
Alles in allem muss ich allerdings sagen, dass ich während des Schauens Spaß gehabt habe und auch wenn Staffel 8 doch nicht das geworden ist was sich viele geschwünscht haben ich definitiv GoT nicht verteufeln werde.
Auch wenn D&D das Ende verschissen haben ändert es nichts an der Tatsache, dass die Serie in 1-6 zum Besten gehört, was jemals ins Fernseher gekommen ist, und ich echt emotional geworden bin, dass die Serie zu Ende gegangen ist und unter anderem die Endszene genau die Afangsszene in Winter Is Coming widerspiegelt.
Und hey - ein Spin-Off über die Long Night ist angekündigt. Und auf der HBO-Website steht, dass nicht nur Jane Goldman (die u.a. X-Men: Days of Future Past und die Kingsman-Filme geschrieben hat), sondern auch wieder der Master George R.R. Martin himself in dem Projekt involviert ist.
What is dead may never die but kill those fuckers anyway

EDIT: ach ja, ich weiß es ist etwas Off-Topic, aber wie gesagt war HBO recht wenig für diese Staffel verantwortlich. Und ich habe gerade nochmal nachgesehen, D&D haben nichts mit His Dark Materials zu tun. Also besteht was das angeht Hoffnung.
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Fijn » 21. Mai 2019, 19:33

@ Joker
Spoiler für: uhm... Staffel 8?
Joker hat geschrieben:
Fijn hat geschrieben:Ich hatte gehofft, dass John endlich mal in Drachenfeuer gebadet wird, [...] Und dass das Feuer John nichts anhaben kann
Da möchte ich allerdings nachhaken. Wie meinst du das, das Feuer ihm nicht anhaben kann? Wenn du meinst weil Dany feuerresistent ist, das liegt ja nicht in ihrer Familie btw auch eine Fähigkeit, die so gut wie gar nicht genutzt wurde, es gab sogar ein paar Targaryens, die durch Feuer gestorben sind. Warum Dany Feuer so gut wie gar nicht spürt wird nie wirklich erklärt, aber bloß weil Jon ein Targaryen ist, kann ihm Feuer durchaus noch etwas anhaben.
Ich meinte mehr, weil es vorher immer wieder Spekulationen darüber gab, ob Jon vllt ähnliche Fähigkeiten besitzen könnte. Mir ist klar, dass nicht alle Targaryens feuerresistent sind, aber die Serie hat nie eine vernünftige Erklärung dafür geliefert, dass Daenerys da so eine Besonderheit darstellt.
Habe gerade gelesen, dass das in den Büchern wirklich nur eine einmalige Sache ist und auch Dany nicht wirklich immun gegenüber Feuer, so wie es in der Serie teilweise dargestellt wird. Da man nicht wirklich weiß, wie die ganze Sache in der Serie funktioniert, bestand einfach die Möglichkeit, dass John etwas ähnliches teilt. Und es hätte ihn noch stärker als Targaryen gezeichnet. Aber wenn das den Büchern so komplett widerspricht, wärs vllt auch nicht optimal gewesen, das einzubauen. Fans sind mad genug lol.
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Reaper » 21. Mai 2019, 22:56

@Fijn
Spoiler für:
Jon hat sich in einer der früheren Staffeln die Hand verbrannt, als er eine Wight getötet hat. Das sollte die Frage ausreichend klären.
Bezüglich Dany...ja. Ich hab das alles nicht mehr so genau im Kopf wenn ich ehrlich bin. Auch die Feuerresistenz der Targaryens ist mir nicht wirklich im Gedächtnis geblieben, sondern hauptsächlich, dass sie sehr, sehr selten krank werden und da eine "natürliche" Immunität gegen die meisten Krankheiten haben. Das wurde früher auch benutzt, um sie über das normale Volk zu erheben, damit die wegen ihrer Inzest-Ehen nicht wieder sofort gestürzt werden.
Ja, meine ersten Gedanken nach dem Staffelfinale waren: Das ist doch eine schlechte FanFiction.
Jetzt bin ich relativ...zufrieden damit? Ich meine, ja, das Writing war so dermaßen schlecht, da hilft echt nichts mehr. Aber die Auflösung an sich war okay.
Spoiler für: S8E6 + bisschen was aus den Büchern/Fire&Blood
Wenn man wirklich die Brücke zu den Büchern schlägt macht das schon Sinn. Das Dany durchdreht - ja. Das Jon Dany tötet - ja. Auch die Romanze zwischen Jon und Dany scheint mir relativ realistisch zu sein. Und indem er Dany tötet, "wird" er dann zu Azor Ahai und kann dann die Others zurückschlagen. Wieauchimmer. In den Büchern gibt es ja (noch) keinen Nightking, den er töten muss um alle zu besiegen. Ich setze eher auf eine Art Handel/Vertag/Waffenstillstand? Woraufhin er dann zur Mauer verbannt wird und auch gleichzeitig dafür sorgt, dass die Others nicht über die Reiche der Menschen herfallen.

Bran als König. Ja, daran hatte ich echt etwas zu kauen. Vor allem weil die Serie so dagegen gearbeitet hat. Danys Unfähigkeit Kinder zu kriegen? Ein Problem. Das Bran das auch nicht kann - scheiß egal, der König wird eh jedes mal neu gewählt. (Hat eigentlich mal jemand bedacht, dass Bran more or less unsterblich ist??) Bran sagte sogar noch vorher, dass er nicht der Lord von Winterfell ist, er ist der Three-Eyed-Crow. Aber König? Na klar, das geht doch immer!
Jedenfalls ja. Es macht Sinn. Nicht, weil Bran das Gedächtnis der Welt ist oder weil er so ein super König wäre. (Was er mMn nicht ist/wäre) Aber ich denke da eher an eine andere Symbolik/Plan. Götter werden sehr oft thematisiert. R'hollor, The Great Other, The Old Gods, The Seven...
Aber vor allem ist eines passiert: The Seven wurden ausgelöscht, quasi. Die Septe flog in die Luft, es gibt keinen neuen Septon und auch im Rat sitzt keiner mehr. Und Bran ist schon irgendwo die beste Verkörperung der Götter auf Erden. Also war es im Prinzip ein Krieg der Götter. Old vs New, R'hollor vs Great Other.
Ich glaube schon, dass es auf so etwas hinauslaufen wird. Egal, ob Bran jetzt gewählt wurde oder sich den Thron ergaunert.

Aryas Ende fand ich irgendwie nice, weil es ein Parallele zu Fire&Blood schlägt und einer anderen Figur, die auch das Meer westlich befahren will. (Und dafür drei Dracheneier in Braavos verkauft, von denen ja gemunkelt wird, dass sie Danys sind.)
Das fand ich schon irgendwie sehr cool. Auch wenn Arya nicht lange überleben wird. :D

Ich kann mir sogar Eisdrachen vorstellen. Nicht unbedingt wie Viserion wiederbelebt, sondern eher...anders? In then Crypts of Winterfell? Das Danys Drachen über die Mauer fliegen halte ich nicht für realistisch, Alysanne Targaryens Drache wollte da auch nicht drüber. (Worüber tbh zu wenig geredet wird wenns nach mir geht!)

Aber dann gibt es noch soo viele Figuren, die das Ende beeinflussen. Victarion Greyjoy, Euron der in den Büchern keine Witzfigur ist, Arianne Martell,...und natürlich Young Griff. Auf dessen Plotline ich mich besonders freue, so sehr ich sie (zusammen mit Tyrion) in den Büchern auch gehasst habe. (Ok, aber nichts war schlimmer als die Bran-Kapitel.)

Und ich hoffe ja darauf, dass irgendjemand in Valyria landet.

Das der Norden unabhängig wird hab ich ja fast vergessen - find ich ziemlich bullshit. Nicht nur, dass die Iron Isles vor einigen Folgen für unabhängig erklärt wurden, was komplett ignoriert wurde. Auch das Dorne kein Veto einlegt ist so...uff. Dorne hat sich nie unterworfen. Dorne hatte einen Frieden/Bündnis aber wurde nie erobert oderso.
Das ist wirklich das einzige Ende, was mir Kopfschmerzen bereitet. Weil es keine Konsequenzn (ist ja was ganz neues seit Staffel 6) gibt und es auch einfach so...keine Ahnung, bullshit ist?

Also ja, ich kann mir das Ende sehr gut vorstellen. Aber nicht so. Nicht so erzählt, nicht auf diese Art. Nichtmal irgendwie hingedreht. Es muss komplett anders aufgebaut und vorbereitet werden. So wie es jetzt da steht, ist es kompletter Murks. So vieles war lächerlich daran, so vieles wurde aufgeworfen und dann einfach vergessen. Es war so schlecht, ich könnte heulen.
D&D machen btw als nächstes Star Wars. Weil das Franchise nicht schon genug gelitten hat. Mir tun die SW-Fans ja schon fast Leid.

Die Spin-Offs werde ich mir wahrscheinlich nicht anschauen, außer es kommt noch was anderes außer The Long Night. (Die durch S8E3 ja auch total irrelevant ist)
Den Dance of Dragons würde ich mir anschauen, visuell wäre das sicher sehr geil.
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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Windbrise » 9. Jun 2019, 19:01

Ich hatte jetzt genug Zeit, mir darüber klar zu werden, wie ich das Ende von GoT fand, deshalb hier auch mal mein Senf zum endgültigen Abschluss einer meiner Lieblingsserien (._.)
Bzw. zu den letzten beiden Folgen, zu denen ich noch nichts geschrieben hab.
Spoiler für: Staffel 8 Folge 5
Eines meiner größten Probleme mit der 8. Staffel sind Figuren, die teilweise nicht mehr selbst handeln oder auch nicht ihrem Charakter entsprechend handeln, sondern noch mitgezogen werden, nur um dann einmal noch so ungefähr ihrem Charakter und ihrer Motivation gerecht zu werden und etwas tun, was aber sehr eindeutig nur geschieht, um auf lieblose Weise die Handlung weiterzuführen. Ich rede hier von Varys.
Ich erinner mich gar nicht richtig, was er eigentlich die ganze achte Staffel lang gemacht hat. Er war halt irgendwo. Eigentlich war er grad nicht wirklich notwendig, so erschien es mir zumindest, deshalb wurde er mitgeschliffen, war anwesend, und wird dann ein letztes Mal verwendet, um schnell Daenerys zu hintergehen, hingerichtet zu werden und so dafür zu sorgen, dass Dany Jon und Tyrion nicht mehr traut und Jon anfängt, Danys Handlungen nicht mehr ganz so super zu finden. Zu Jons Stärken zählt ja scheinbar inzwischen, auf ewig immer nur zwei Sätze von sich zu geben ("Sie ist/ du bist meine Königin", "Ich will den Thron nicht") und keine eigenen Entscheidungen und Gedanken mehr zu haben. Womit wir auch schon beim zweiten Charakter wären, der so handelt: Jon hat den Großteil der achten Staffel nur zugestimmt, war anwesend und hat gekämpft, aber wirklich Jon-mäßig hat er sich auch nicht verhalten. Jon war doch immer altruistisch, konnte kein Unrecht mitansehen ohne einzugreifen, hat sich für alles eingesetzt was er als richtig empfindet und hat sich von niemandem unterbuttern lassen, nur weil es eine Autoritätsperson war. Ja, man kann als Argument die Liebe nehmen, aber wie groß und blickdicht muss die rosarote Brille sein, dass man es hinnimmt, wenn Freunde und unschuldige Bewohner einer ganzen Stadt einfach niedergemetzelt und verbrannt werden.
Zusammenfassend dazu will ich sagen, dass ich Varys Tod bzw. die Gründe dafür nicht gut finde. Viel zu schnell, zu plötzlich, zu einfach.

Ein großer Punkt dieser Folge ist natürlich Danys Entscheidung, Kingslanding niederzubrennen. Was mir gefallen hat, war die Art und Weise wie man Danys Gesicht angesehen hat, was für ein Kampf grade in ihrem Inneren vorgeht.
Aber das wars auch schon. An sich fände ich ihre Entwicklung ja interessant. Sie wollte nie so sein wie ihr Vater, wollte nie eine Mad Queen werden. Und das, obwohl sie schon von Anfang an schlimme Dinge gemacht hat: sie hat ihren Bruder lebend geschmolzenes Gold über den Kopf laufen lassen, sie hat Männer an Kreuze genagelt, hat ihre Dienerin lebendig eingemauert/eingesperrt, hat viele Menschen verbrannt. Es ist nicht so, als hätte sie bisher nur Gutes getan, sie hat es nur immer gut rechtfertigen können und da die anderen definitiv die "Bösen" waren, hat man es auch als Zuschauer irgendwie hingenommen, weil sie ja gute Absichten hatte. Aber nur weil sie so etwas getan hat, erklärt das nicht, dass sie plötzlich eine unschuldige Stadt niederbrennt. Auch wenn sie leidet, auch wenn sie gerade Menschen und Drachen verloren hat, auch wenn sie das Gefühl hat, niemandem mehr trauen zu können. Es fehlt eine Entwicklung, die man nachvollziehen kann, warum sie genau jetzt an diesem Punkt ist, dass sie scheinbar nicth mehr klar denkt und ihr alles egal ist, sie alles niederbrennt, bis sie zu ihrer Feindin Nr. 1 gelangt.
Fijn hat geschrieben:Ich hab ein ganz gutes Youtube Videogesehen, das den Unterschied zwischen Foreshadowing und Character Development thematisiert und das hat mir praktisch aus der Seele gesprochen
Das Video hab ich auch gesehen und es ist wirklich gut. Ich kanns ebenfalls nur empfehlen.

Abgesehen davon fand ich aber auch leider den Kampf einfach nicht so gut. Ich finde, man hat von vornherein gemerkt, dass Danys Armee die Überhand hat - warum auch immer. Ist ja auch ein viel angesprochenes Thema, dass die Goldene Kompanie ja irgendwie unnötig war. Und davon, dass die Dothrakie stark dezimiert und sehr übermüdet sind, wird auch nicht mehr gesprochen.
Zufriedenstellend fand ich den Kampf der Clegane-Brüder. Der Schnitt zu Arya war zwar ganz cool, ehrlich gesagt hab ich mich aber schwer getan, dem Kampf zu folgen. Trotzdem fand ich ihn gut und auch das Ende, dass Sandor mit ihm in die Tiefe springt, war passend.
Aryas Szenen mochte ich hier sehr, weil sie die Verzweiflung in der Stadt und der Bewohner sehr gut eingefangen haben.
Und auch das Ende von Cersei und Jaime fand ich gut. (Auch wenn Cersei auch nicht mehr sehr cerseimäßig drauf war die letzten Folgen .. immer nur am Fenster stehend und nicht mehr wirklich aktiv handelnd. ._. )
Ich fand es schön, dass sie und Jaime zusammen waren, und hier fand ich es auch gut, dass ihr Tod nicht aufgebauscht und pompös war. Eine öffentliche Hinrichtung durch Dany oder ein Prozess hätten einfach nicht gepasst.
Spoiler für: Staffel 8 Folge 6
Emotional und schön traurig war die Szene, als Tyrion seine Geschwister findet. Das hat mich sehr berührt.
Aber ab dann gings mit der Folge auch schon eher bergab.
Ich verstehe Jon einfach nicht. Erst wiederholt er ununterbrochen wieder seinen Sermon, dass Dany seine Königin sei und dass es ihre Entscheidung sei. Tyrions Argumente sind tatsächlich nachvollziehbar, aber Jon geht ja überhaupt nicht drauf ein. Und dann, gefühlte zwei Minuten später, folgt er Tyrions Anweisung und bringt sie um.
Natürlich hat man gemerkt, dass Jon die Zerstörung von Kings Landing vor Augen geführt hat, dass das nicht in Ordnung von Dany war. Und das fand ich auch gut. Aber trotzdem finde ich es ziemlich krass, dass er Ewigkeiten nicht davon abweicht, dass Dany machen darf was sie möchte, und dann reicht ein Vortrag von Tyrion aus, um ihn davon zu überzeugen, dass er sie umbringen muss. Hier fehlte mir einfach wieder eine Entwicklung, die sichtbar ist.
Und die Szene konnte mich auch emotional nicht berühren. Ich liebe Dany, auch wenn sie mich genervt hat und ich ihre Hanldungen nicht mehr nachvollziehen konnte. Sie ist einer meiner Lieblingscharas. Aber ihr Tod hat mich völlig kalt gelassen, und das zeigt mir irgendwie, dass da was schief gelaufen ist. Klar, filmerisch ist alles super, aber die Geschichte halt einfach nicht.
Je länger ich darüber nachgedacht hab, über das ganze Ende, desto mehr ist mir klar geworden, dass mich nicht das Ende stört, sondern der Weg dorthin. An sich ist es interessant, dass Bran der König wird, Jon zur Mauer bzw. in den Norden geht und Daenerys stirbt. Aber wie es dazu gekommen ist, wurde in der Serie einfach am Schluss nicht mehr zufriedenstellend erzählt. Ich glaube, in den Büchern würde das alles für mich besser funktionieren, mit mehr Hinarbeitung und mehr Geschichte und mehr Verwicklungen. Aber so ist es dann ein bisschen plötzlich und fragwürdig.
Ich bin auch irgendwie enttäuscht, dass das Rad in meinen Augen nicht gebrochen wurde. Bran ist ja nicht unsterblich, sobald er tot ist und ein neuer König gewählt wird, kann derjenige wieder Kinder bekommen und dann wird irgendwann sowieso wieder eintreten, dass man durch Erbfolge König wird. Und auch der Norden wird nicht unabhängig bleiben, das funktioniert grade nur, weil Bran und Sansa Geschwister sind und sich mögen. Die ganzen Adelsfamilien existieren immer noch. Warum gibt es immer noch den Kleinen Rat, der ohne den König Entscheidungen trifft, genauso hat es doch einfach nicht funktioniert?! Warum besetzt man einen Posten im Kleinen Rat mit jemanden, der leicht zu kaufen ist und für Gold jeden verrät? (Ich mag Bronn sehr, aber trotzdem.)
Auf der anderen Seite ist es natürlich einfach realistisch. Man kann das Rad nicht brechen, Geschichte wiederholt sich und die Menschen lernen nicht aus den Fehlern.

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Re: A Game of Thrones ~ Das Lied von Eis und Feuer

Beitrag von Mantikor » 15. Jul 2019, 16:12

Uff, okay, ich muss hier mal meinen Senf mit dazugeben :'D
Ich hab damals Staffel 1 bis 4 von Game of Thrones live geguckt, und ab Staffel 5 aufgehört weil mir das Writing zu schlecht wurde und die Serie sich zu weit von den Büchern entfernt hat.
Während S8 gelaufen ist, hab ich mir aber gedacht "Ah, was soll's" und alles aufgeholt und das Finale Finale live geguckt. :-)
Ich hab außerdem das erste und die Hälfte des Zweiten gelesen (lol). Hab mich aber, dann als ich alles geguckt habe, consciously dafür entschieden das ganze als Adaption zu sehen und nicht alles viel zu ernst zu nehmen.
Spoiler für: Meine Meinung zu S8
I am one of the few magical people who liked most of season 8 :'D
Erstmal: Japp, das Writing ist ab S5 ziemlich viel schlechter geworden, meiner Meinung nach. Die Charaktere wurden teilweise sehr, sehr neu in der Serie interpretiert und manche Dinge, die die Charaktere getan haben verstehe ich bis heute auch nicht.
ABER! First of all, cause it pisses me off that people are so angry about this: Das Dany am Ende zur "Mad Queen" wurde hat mich sehr glücklich gemacht und wie ich finde hat es auch hervorragend zu ihrem Arc gepasst. Ich finde zwar das die achte Staffel sehr schnell war und ich hätte mir auch mehr Folgen gewünscht, aber wenn man Dany von S1 an betrachtet wurde die ganze Zeit darauf vorbereitet, dass sie "mad" wird. Alle Menschen die so überrascht waren dass sie die gesamte Stadt niedergebrannt hat und unschuldige Menschen getötet hat - Did you forget that she literally crucified thousands of 'Masters' and their children and all that? So, Dany war schon immer so, dass wenn ihr Menschen nicht zugestimmt haben, sie sie niedergebrannt hat. Dracarys und all das :'D Ich fands persönlich auch einen sehr guten Touch, dass die Glocken sie über die Schwelle gedrückt haben, weil auch diese den OG "Mad King" um den Verstand gebracht hat. Plus! Seitdem Jorah gone war, war auch Danys Impulse Control gone und man hat auf jeden Fall Entwicklung in ihrem Verhalten ab dem Punkt gesehen.
Okay, damit das aus dem Weg ist pfuh
Ich, persönlich, bin absolutely in love with "The Long Night". Was eine krasse Folge, man :'D Ich mochte alles daran, die verschiedenen Genre die bedient wurden, die Aufgaben die die Charaktere zugeteilt bekommen haben und wie sie ausgeführt wurden, ich fand auch alle Tode hervorragend in dieser Folge. Es war so atmoshphärisch und wunderschön gedreht und die wenigen Worte die gesagt wurden hatten so einen krassen Impact! Außerdem HABEN DIE DAS SET GEBAUT UND ES MACHT MICH FERTIG :'D Also, ja, das war def meine Lieblingsfolge der letzten Staffel.
Ich fand, dass alle Starks richtig, richtig hervorragende Enden bekommen haben. All Hail Bran the Broken and The Queen in the North!!!! :'D (Bei Sansa war ich einfach nur...... am full on heulen mit Gänsehaut)
Und nun, ein bisschen Kritik noch :'D Ich bin schon lowkey bitter über Yara und dass sie so ..... nichts mehr getan hat, außer Dany zu verteidigen? Sie hätte dafür kämpfen sollen, dass die Iron Islands unabhängig werden, hätte man ihre eigentlichen Charakter betrachtet, aber man kann nicht alles haben. Truly hat es mich auch gestört, dass die Prophezeiung des "Prince that was promised" einfach nicht...... wirklich aufgegriffen wurde, obwohl so viel darüber prophezeit wurde? Ebenso war ich nicht der allergrößte Fan von Cersei's und Jaime's Tod, because i really wanted him to stab her :'( But ey, at least they died together :'D
Und das war auch schon mein Senf!
Es gibt noch ungefähr tausend Dinge mehr von meiner Seite aus über S8 zu sagen, but i forgot everything else. Bins eh grade nochmal mit Freunden am rewatchen und werde dann nochmal was schreiben, wenn mir nochmal was auffällt :-)
Aber, truly, zum Abschluss: Was eine Serie. Das war die erste Serie im öffentlichen Fernsehen die ihre Charaktere ohne Vorwarnung gekillt hat, wo man sich nie sicher fühlte, und die so dynamische Charaktere hatte, dass man fast das Gefühl hatte wirklichen Menschen zuzugucken. Auch wenn es teilweise hätte besser laufen können, kann man Game of Thrones wirklich nicht absprechen was es für eine bahnbrechende, hervorragende Serie war.
"i would die for your heaven
i could lie here forever
"

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